Künstliche ­Linsen

Die Behandlung von Linsenerkrankungen – insbesondere des Grauen Stars (Katarakt) – gehört zu den häufigsten und sichersten Operationen in der Augenheilkunde. In unserer Praxis verfügen wir über langjährige operative Erfahrung und arbeiten mit modernster Mikrochirurgie und Premiumlinsen-Technologie, um für jedes Auge das bestmögliche Sehergebnis zu erzielen. 

Bei einer Kataraktoperation wird die eingetrübte natürliche Linse durch eine klare Kunstlinse (Intraokularlinse) ersetzt. Dabei können heute individuelle Sehbedürfnisse berücksichtigt werden – von der Standardlinse bis hin zu modernen Premiumlinsen, die ein scharfes Sehen in mehreren Entfernungen ermöglichen und die Abhängigkeit von der Brille deutlich reduzieren. 

Mit präziser Diagnostik, sorgfältiger Beratung und höchster operativer Kompetenz sorgen wir dafür, dass Sie nach dem Eingriff wieder klar und kontrastreich sehen – sicher, schonend und individuell auf Ihre Augen abgestimmt.

Welche Linse ist die richtige Wahl?

Die Wahl der richtigen Kunstlinse hängt von den individuellen Sehbedürfnissen, Wünschen und Lebensgewohnheiten des Patienten ab. Monofokale Linsen sind eine gute Option für Patienten, die hauptsächlich in einer Entfernung gut sehen möchten und kein Problem damit haben, für andere Entfernungen eine Brille zu tragen. Mit Monofokalen Linsen und Brille erreichen Sie das beste Sehvermögen. Trifokale Linsen sind geeignet für Patienten, die in der Ferne, dem Intermediär- und Nahbereich möglichst ohne Brille sehen möchten und bereit sind Nachteile wie Blendung/Halos und ein verringertes Kontrastsehen zu akzeptieren. EDoF-Linsen bieten eine gute Balance zwischen mehr Brillenunabhängigkeit im Fern- und Zwischenbereichssehen und geringeren Nachteilen als bei den klassischen Trifokalen Linsen. 

Wir helfen Ihnen die beste auf Sie zugeschnittene Entscheidung basierend auf Ihrem Lebensstil, individuellen visuellen Erwartungen und Vorstellungen zu treffen. Jeder Patient hat unterschiedliche Bedürfnisse, und die Wahl der richtigen Linse kann die persönliche Lebensqualität nach der Operation deutlich verbessern.

Intraokularlinsen

Intraokularlinsen (IOLs) sind künstliche Linsen, die die natürliche trübe Linse ersetzen. Es gibt verschiedene Arten von Intraokularlinsen, die nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten ausgewählt werden. Die wichtigsten Unterschiede liegen in der Art und Weise, wie diese Linsen das Sehen in verschiedenen Entfernungen korrigieren.

Monofokale Linsen

Monofokale Linsen sind so konzipiert, dass sie einen Brennpunkt (Fokus) haben und das Sehvermögen in einer Entfernung optimieren, d.h. einen Gegenstand nur in einer bestimmten Entfernung scharf auf der Netzhaut abbilden. Gegenstände davor oder dahinter werden unscharf abgebildet. Das bedeutet, dass Patienten nach der Operation zum Beispiel in der Ferne ohne Brille scharf sehen und in der Nähe eine Lesebrille benötigen, um scharf zu sehen.

Sonderlinsen

Sonderlinsen, auch als Speziallinsen oder Premium-Intraokularlinsen bezeichnet, sind speziell entwickelte Linsen, die mehrere Brennpunkte haben oder eine Hornhautverkrümmung korrigieren. Sie ermöglichen eine größere Brillenunabhängigkeit als Standard-Linsen, die nur eine einzige Brennweite (Fokus) bieten. Aufgrund ihrer komplexen Optik und der höheren Anforderungen an das Auge ist es entscheidend, dass vor der Operation mögliche Augenerkrankungen, die die Funktionalität der Multifokallinsen einschränken, erkannt werden. Daher sind spezielle Voruntersuchungen unerlässlich, um sicherzustellen, dass Sonderlinsen für Sie geeignet sind.

Torische Intraokularlinsen

Torische Intraokularlinsen sind spezielle künstliche Linsen, die eine reguläre Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren. Eine Hornhautverkrümmung führt in allen Entfernungen zu unscharfem Sehen. Torische Linsen sind so gestaltet, dass sie die Hornhautverkrümmung ausgleichen und dadurch eine scharfe Sicht ermöglichen. Hierfür müssen die torischen Linsen bei der Operation präzise in einer bestimmten Ausrichtung (Achse) im Auge eingesetzt werden. Patienten, die vor der Operation eine Brille oder Kontaktlinsen zur Korrektur ihrer regulären Hornhautverkrümmung benötigen, können nach der Implantation von torischen Linsen in der Regel auf diese Hilfsmittel verzichten.

Multifokale Linsen

Multifokale Linsen ermöglichen das Sehen in mehreren Entfernungen. Sie versuchen die Fähigkeit der Naheinstellung (Autofokus) der natürlichen Linse zu imitieren. Hierfür haben sie mehrere Brennpunkte, die das Licht aus verschiedenen Entfernungen auf der Netzhaut fokussieren. Diese Linsen ermöglichen Patienten nach der Operation eine größere Brillenunabhängigkeit. Es wird zwischen trifokalen und EDoF-Linsen unterschieden.

Trifokale Linsen

Trifokale Linsen korrigieren das Sehen in drei Entfernungen (Nähe, mittlere Entfernung und Ferne). Dadurch erreichen viele Patienten nach der Operation eine Brillenunabhängigkeit. Es gibt jedoch Nebenerscheinungen, die bei trifokalen Linsen auftreten können (siehe oben).

Extended Depth of Focus (EDoF)-Linsen

EDoF-Linsen oder Intraokularlinsen mit erweiterter Tiefenschärfe, stellen eine Weiterentwicklung mit verlängerter Brennweite dar. Diese Linsen erzeugen eine kontinuierliche Tiefenschärfe, die eine gute Sicht von der Ferne bis zu mittleren Entfernungen (ca. 50 – 60 cm) ohne abrupte Übergänge ermöglicht. Das bedeutet, dass Patienten mit EDoF-Linsen in der Regel eine sehr gute Sicht in der Ferne und im Zwischenbereich (PC-Bildschirm) haben, aber für das Lesen in der Nähe eine Lesebrille benötigen. EDoF-Linsen bieten eine natürlichere Seherfahrung mit deutlich weniger Blendungen und Halos im Vergleich zu Trifokalen Linsen.

Mögliche Probleme bei multifokalen Linsen: